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Das taiwanesische Unternehmen i-TRANS Global plant in der Region Ústí nad Labem ein europäisches Logistikzentrum für Halbleiterchemikalien


Das taiwanesische Unternehmen i-TRANS Global plant in der Region Ústí nad Labem ein europäisches Logistikzentrum für Halbleiterchemikalien Quelle: AdobeStock

Die Einrichtung mit dem Arbeitstitel Central Hub soll als europäischer Logistik- und Compliance-Knotenpunkt für taiwanesische Lieferanten von hochreinen Chemikalien und Spezialgasen dienen, die bei der Halbleiterherstellung zum Einsatz kommen. Mit einer Fläche von fast 17 000 Quadratmetern wird sie zu den größten spezialisierten Logistikzentren ihrer Art in Mitteleuropa gehören. Sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihres Sicherheitsniveaus und ihrer technischen Ausstattung wird diese Infrastruktur weit über ein gewöhnliches Chemielager hinausgehen. Das Projekt ist als regionaler Vertriebs- und Sicherheitsknotenpunkt für die Halbleiterindustrie konzipiert, dessen Aufgaben die Lagerung, Qualitätskontrolle, Bestandsverwaltung, der Vertrieb sowie die Vertretung der Lieferanten in regulatorischen Angelegenheiten umfassen.

„Unser Ziel ist es, einen Teil des taiwanesischen Know-hows im Bereich der Chemielogistik für die Halbleiterindustrie nach Europa
zu bringen und in der Tschechischen Republik einen Knotenpunkt zu schaffen, der die Versorgungssicherheit für die gesamte mitteleuropäische Region stärkt. Wir wollen schrittweise ein europäisches Netzwerk spezialisierter Logistikzentren für Halbleiter aufbauen, das dem Wachstum der Produktionskapazitäten in Europa Rechnung trägt. Die Tschechische Republik ist ein erster und strategisch wichtiger Schritt, da sie die Nähe zu Silicon Saxony, industrielle Tradition und regulatorische Vorteile durch die Zugehörigkeit zur Europäischen Union vereint“,
erklärte Gary Chiu, Geschäftsführer der tschechischen Niederlassung von i-TRANS.

Die Anlage wird mit hochreinen Chemikalien und Spezialgasen arbeiten, die bei der Chipfertigung zum Einsatz kommen, beispielsweise mit Fluorwasserstoff, Schwefelsäure, Wasserstoffperoxid oder speziellen Prozessgasen für Abscheidungs- und Ätzprozesse. Diese Stoffe sind ein entscheidender Bestandteil der sogenannten Front-End-Herstellung von Halbleitern, bei der die eigentlichen Chipstrukturen entstehen. Sie werden bei der Waferreinigung, der Fotolithografie, dem Ätzen, der chemisch-mechanischen Planarisierung sowie beim Aufbringen dünner Schichten eingesetzt. Schon die geringste Abweichung bei der Reinheit oder der Qualität des Materials kann die Produktion einer gesamten Halbleiterfertigungslinie zum Erliegen bringen.

Die Bedeutung einer solchen Infrastruktur hat nach den Erfahrungen der Jahre 2020 bis 2023 deutlich zugenommen, als die Pandemie, geopolitische Spannungen und Ausfälle im Seeverkehr die Anfälligkeit der von Asien abhängigen europäischen Lieferketten deutlich gemacht haben. Der Central Hub soll in Europa eine mehrmonatige Sicherheitsreserve an strategischen Materialien aufbauen, die Lieferungen an Kunden beschleunigen und gleichzeitig Regulierungsdienstleistungen gemäß den europäischen Vorschriften REACH, CLP und ADR gewährleisten.

„Das Projekt ist Teil der umfassenderen europäischen Bemühungen, die Halbleiterindustrie zu stärken und die Abhängigkeit von Lieferketten außerhalb Europas zu verringern. Die Europäische Union strebt mit dem EU-Chips-Gesetz an, die Widerstandsfähigkeit des Halbleiter-Ökosystems zu stärken und den europäischen Anteil am globalen Chipmarkt zu erhöhen. Investitionen in Fabriken allein reichen jedoch nicht aus, wenn nicht gleichzeitig ein sicherer, zertifizierter und vor Ort verfügbarer Nachschub an Rohstoffen gewährleistet ist. Der Central Hub ist eine Infrastruktur, die die tschechische Industrie mit dem schnell wachsenden europäischen Halbleiter-Ökosystem verbinden kann“, erklärte René Samek, Leiter der Abteilung für Investitionen und Auslandsaktivitäten der Agentur CzechInvest.

Das Unternehmen geht davon aus, dass das Zentrum in der Anlaufphase jährlich etwa 19 500 Tonnen Chemikalien und Spezialgase in 38 Produktlinien verarbeiten kann. Vor Ort soll ein Vorrat für etwa vier Monate in einer Menge von rund 6 500 Tonnen vorgehalten werden.

Die Region Ústí nad Labem als Tor zu Silicon Saxony

Der Hauptzielmarkt des Projekts ist der Halbleitercluster Silicon Saxony, der sich um Dresden herum konzentriert. Neben Sachsen soll der Central Hub künftig auch tschechische Halbleiterwerke, österreichische Produktionsstätten, niederländische Kunden und bei Bedarf auch weiter entfernte europäische Märkte versorgen.

Der Investor sucht derzeit mit Unterstützung der Agentur CzechInvest nach einem geeigneten Standort in Nordböhmen. Der Abschluss des Mietvertrags und die Übergabe des Objekts sollen bis Ende 2027 erfolgen. Der Start der Lager- und Logistikaktivitäten ist nach dem aktuellen Zeitplan für Anfang 2028 vorgesehen.

„Die Region Ústí nad Labem ist für uns eine einzigartige Kombination aus der Nähe zu Silicon Saxony, einer starken Industrietradition und gut ausgebauten multimodalen Verkehrsanbindungen. Genau hier sehen wir das Potenzial, eine Infrastruktur aufzubauen, die die europäische Halbleiterindustrie langfristig in einer Weise unterstützen kann, wie es heute in Asien der Fall ist“, erklärte Gary Chiu, Vertreter des Unternehmens i-TRANS.

Der Central Hub wird rund 60 neue Arbeitsplätze schaffen und lokalen Transportunternehmen mit ADR-Zertifizierung die Möglichkeit bieten, spezialisierte Last-Mile-Lieferungen nach Sachsen und zu weiteren europäischen Zielen durchzuführen. In der zweiten Phase des Projekts möchte die i-TRANS-Gruppe auch eine engere Zusammenarbeit mit tschechischen Chemikalienherstellern prüfen. In Betracht kommt auch eine Zusammenarbeit mit Fachschulen, Universitäten und technischen Einrichtungen bei der Ausbildung von Fachkräften für die Chemielogistik, Analytik und Halbleiter-Lieferketten. Als Hauptpartner kämen beispielsweise die Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem und die Hochschule für Chemie und Technologie in Prag in Frage.

„Für die tschechische Wirtschaft ist es wichtig, dass sie sich nicht nur über die Herstellung von Endgeräten oder traditionelle Industrielieferungen in die Halbleiterkette einbringt. Große Chancen bieten sich auch in den Bereichen Material, Logistik, Qualitätskontrolle, spezialisierte Dienstleistungen und regulatorisches Fachwissen. Genau solche Projekte können die Rolle Tschechiens im europäischen Halbleiter-Ökosystem stärken“, erklärte Adam Wrobel, Senior Project Manager bei CzechInvest.
 

Kontakt für die Medien:
Zdeněk Vesecký

PR-Manager, Presesprecher
zdenek.vesecky@czechinvest.gov.cz
+420 724 591 667

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